Gesellschaftsroman 2016

Gesellschaftsroman über die moderne Gesellschaft

 

Habgier ist geil

Bemühen wir nochmals für einen kurzen Auszug Wikipedia. Im (katholischen) Christentum gehört die Avaritia, der Geiz, die Habsucht, als zweite zu den sieben Hauptlastern oder -sünden, die als die Wurzeln von Todsünden betrachtet werden.

Also dürften die Katholiken dort schon mal nicht einkaufen, denn Sie werden zu einer „Sünde“ aufgefordert.

Sind Sie Katholik?

Na egal, kommen wir zu etwas weltlicherem zurück.

 

Geiz ist überhaupt nicht geil

Gesellschaftsroman

Eine wahre Begebenheit.

Ein Immobilien Makler hat eine alte Oma übers Ohr gehauen.

Wie hat er das gemacht?

Nun, die ältere Dame wollte Ihr Häuschen verkaufen. Sie hat demzufolge einen Makler beauftragt. Wie der Zufall es will, wohnt der Makler, nennen wir ihn der Einfachheit halber Herr S., ebenfalls im Dorf. Ein glücklicher Umstand bedeutet dies doch für die Vermarktung Vorteile. Auch Besichtigungstermine können so kurzfristig organisiert werden.

Nachdem der Mann, der älteren Dame verstorben ist, war ihr das Haus zu groß geworden. Sie wollte das Geld nutzen, um im Altersheim ein halbwegs vernünftiges Dasein zu fristen. Zum Haus gehörte noch ein kleines Gartengrundstück. Dies liegt auf der anderen Seite der Straße. Es ist ca. 15 Meter lang und 7 Meter breit. Dort hatten die älteren Herrschaften allerhand angebaut. Obst, Gemüse und Salat für Ihren Eigenbedarf.

Manchmal wurde dort auf der Freifläche ein Auto geparkt. Zum Beispiel wenn Besuch da war.

Das Haus als solches ist in die Jahre gekommen. Wir reden hier von etwa 100 m² Wohnfläche und einem avisiert Verkaufspreis von knapp über 100.000 Euro. Also wirklich kein Renditeobjekt bei dem die alte Dame einen riesen Reibach erwarten könnte. Die Lage im Dorf ist auch nicht gerade exponiert, denn an der Hauptstraße gelegen. Der einzige Vorteil liegt meines Erachtens an der Grenznähe zu einem Nachbarland. Aber das trifft ja auf alle Häuser dieser Ortschaft zu.

Nun hat besagter Herr S. der älteren Dame das Gartengrundstück abgekauft. Die Dame brauchte dringend Geld damit Sie einige Auslagen decken konnte. Hilfsbereit, wie Herr S. ist, bot er an, dass Grundstück für den Ortsüblichen m² Preis zu erwerben. So weit so gut.

Also rechnen wir mal. 15 x 7 = 105 m² Grundstück. Der Ortsübliche m² Preis beträgt 60 Euro. Also 6.300 Euro. Jetzt könnte man zu dem Schluss kommen, dass diese selbstlose Tat von Herrn S. auf grenzlose Zustimmung allerseits gestoßen ist.

Denkmäler im Ort wurden errichtet. Er wurde für allerlei Posten vorgeschlagen. Der Pfarrer berichtet in jeder Predigt von den selbstlosen Taten die sich in seiner Pfarrei abspielen und ist sichtlich stolz solch einen Jünger in seinen Reihen zu haben.

Menschen pilgern zum Ort des Geschehens. Wildfremde Menschen liegen sich in den Armen wenn Sie einen Blick oder gar ein Statement von Herrn S. erlangen können.

Ende der Geschichte?

 

Gesellschaftsroman von J. Stephan